Nano-Lektion · dauert in der Regel 2–3 Minuten
KI-Betrug & Deepfakes
Wenn die Sprache perfekt ist und die Stimme wie die des Chefs klingt — aber alles gefälscht ist.
Das Videomeeting, das falsch war
2024 saß ein Mitarbeiter des Ingenieurbüros Arup in einem Videomeeting mit seinem Finanzdirektor und mehreren Kolleginnen und Kollegen — und überwies anschließend rund 23 Millionen Euro. Alles wirkte echt. Doch er war die einzige echte Person im Meeting: der Rest waren KI-generierte Kopien. Kriminelle nutzen mittlerweile KI, um fehlerfreie E-Mails zu schreiben, Stimmen zu klonen und ganze Videomeetings zu fälschen.
Neue Spielregeln
- Perfekte Sprache ist kein Beweis mehr — Rechtschreib- und Sprachfehler verschwinden dank KI.
- Eine Stimme oder ein Video kann gefälscht sein, selbst wenn sie/es echt klingt oder aussieht.
- Der Druck bleibt derselbe: Eile, Geheimhaltung, Geld.
Fehlerfreie Sprache — ist die Nachricht dann echt?
Nein. KI schreibt perfektes Deutsch ohne einen einzigen Fehler, daher funktioniert „Achte auf Rechtschreibfehler“ nicht mehr. Schau stattdessen auf die Absenderadresse (hier firmma-buchhaltung.com mit zwei m) und auf die Anfrage selbst — nicht auf die Sprache.
Tu das
Bestätige ungewöhnliche Anfragen immer über einen bekannten Kanal (ruf auf einer Nummer zurück, die du selbst kennst). Vereinbart im Team eventuell ein geheimes Sicherheitswort für Eilzahlungen — ein Wort, das nur ihr kennt.
Merk dir
Das sagt die Forschung
KI-geschriebene Phishing-Mails erreichen inzwischen eine Klickrate von ~54 % — auf Augenhöhe mit menschlichen Experten und weitaus günstiger. „Achte auf Rechtschreibfehler“ funktioniert nicht mehr; ein Rückruf auf einer dir bekannten Nummer schon.
Frage 1 von 3
In einem Videomeeting bittet der „Geschäftsführer“ um eine dringende Überweisung. Stimme und Gesicht wirken völlig echt. Was tust du?
✓ Richtig!
Im Arup-Fall waren alle anderen im Meeting KI-Kopien — das „Meeting“ zu fragen heißt, die Betrüger zu fragen. Nur ein Kanal, den du selbst wählst, liefert einen Beweis.
Frage 2 von 3
Eine E-Mail von der „Personalabteilung“ ist in perfektem Deutsch mit echtem Logo und dem Namen deines Chefs verfasst. Was entscheidet, ob du ihr vertrauen kannst?
✓ Richtig!
KI schreibt fehlerfreies Deutsch, und Logos kann jeder kopieren. Was den Betrug entlarvt, ist die Adresse hinter dem Namen — und eine Anfrage, die aus dem Rahmen fällt.
Frage 3 von 3
Eine Stimme am Telefon klingt genau wie dein Chef und bittet um eine Überweisung. Was schützt am besten?
✓ Richtig!
Die Stimme kann geklont und die angezeigte Nummer gefälscht werden — beides kontrollieren die Betrüger. Das Einzige, was sie nicht kontrollieren können, ist ein Anruf, den du selbst initiierst.
Gut gemacht!
Du hast einen der Grundkurse absolviert – den alle kostenlos bekommen.
Mit einem kostenlosen Login:
- Deine Punkte, dein Fortschritt und dein Kursnachweis werden gespeichert.
- Du bekommst Kurse, die auf deine Rolle zugeschnitten sind – nicht nur die Grundkurse.
- Wir schicken dir das Training genau dann, wenn du es brauchst – zum Beispiel als Nachfassaktion nach einer Phishing-Simulation.